Petrel-Tragflächen

Holm01
Der Holm der Tragfläche besteht unten und oben jeweils aus vier 20x5mm Kieferleisten, die mir Wolfgang L. dankenswerterweise in passender Länge angefertigt hat. Da die Fläche einen Möwenknick aufweist, war es notwendig, die Leisten vor dem Verleimen in die entsprechende Form zu bringen. Dazu wurden sie an der Knickstelle mit tropfnassen Lumpen umwickelt und so für einen Tag zum Einweichen gelegt. Anschließend konnten sie in einer Nagelschablone zum Trocknen fixiert werden.
Holm02Holm03Holm04
Nachdem die Leisten verleimt waren, wurden sie mit Hobel und Schleiflatte von jeweils 20x20mm an der Wurzel auf 8x3mm an der Spitze zugerichtet.
Anschließend wurde die Verkastung, bestehend aus 2mm Sperrholz zugeschnitten und durch Schäftung auf die passende Länge gebracht.
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Holm05
Hier sind die Holme bereits einseitig mit der Verkastung verleimt.
Da mir die Flächenverbindung, die ich dem Original nachempfinden wollte nicht ganz geheuer war, habe ich an der Holmwurzel den Zwischenraum noch komplett gefüllt, damit ich meinen "Angstsstahl" bestehend aus zweimal 15x2mm Flachstahl noch verstecken konnte.
Ich geb's zu, ich bin zu faul, mich großartig mit Berechnungen zu quälen, stattdessen bau ich lieber etwas stabiler(schwerer) ;-).
Angststahl01Angststahl02
Die beiden Flachrohre wurden mit eingedicktem Epoxidharz eingeklebt. Damit es beim Einkleben der Messinghülsen nicht passieren konnte, dass der zur genauen Passung notwendigerweise eingesteckte Flachstahl mit diesen verklebt, habe ich die kritische Stelle mit einer dünnen Raupe Heißkleber abgedichtet. Bei einem Gespräch am Flugplatz mit Martin, hat sich ergeben, dass er es ähnlich macht, er nimmt statt Heißkleber einfach UHU-Hart.
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Wie bereits oben schon angedeutet, will ich eine Flächenaufhängung realisieren, wie sie auch beim Original besteht. Die notwendigen Teile aus Stahl selbst herzustellen war mir etwas zu aufwändig, deshalb habe ich mich nach anderen Möglichkeiten umgesehen und bin dabei auf cutworks.de gestoßen, die auch für Modellbauer einen Laserschneideservice anbieten.
Wenn auch das Ganze nicht ganz billig ist, so wurden die von mir angefertigten Zeichnungen im DXF-Format doch einwandfrei umgesetzt.
Holmbrücke01
So sind die Teile bei mir angekommen...
Holmbrücke02
...und so sollen sie die Holme verbinden.
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Holmbrücke03Holmbrücke04
Ein paar von den Teilen mussten noch miteinander verlötet werden. Um bei dieser Hartlöterei nicht die Holme zu verkokeln, habe ich mir passende Hilfshölzer angefertigt.
Das zweite Bild zeigt übrigens die Teile, die die Verbindung von Rumpf und Flächen bewerkstelligen sollen.
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Hauptspant01
Hier sieht man das Innenleben des Hauptspantes, an dem die Beschläge für die Rumpf-/Flächenverbindung befestigt werden. Der Spant besteht außen aus 3mm Sperrholz und ist mit den gezeigten Innereien an die Holmstärke angepasst. Die diagonalen Kieferleisten sollen die Kräfte von der Flächenauflage über den unteren Rumpfgurt in die Zelle einleiten.
Rippen01Rippen02Rippen03
Die Tragflächen bilden, abgesehen vom Möwenknick, ein einfaches Trapez. Die Zuspitzung ist aber so stark, dass die Erstellung eines Rippensatzes im Blockverfahren nicht möglich war. Deshalb mussten die Rippen paarweise mit der Dekupiersäge ausgeschnitten und zurechtgeschliffen werden.
Im Internet bin ich auch auf Fotos gestossen, die die zweite Petrel, die mit Pendelhöhenleitwerk, bei Restaurierungsarbeiten zeigen. Animiert davon habe ich das Innere der Rippen ausgeschnitten und mit dünnen Sperrholzstreifen beklebt, um auch hier dem Original ein wenig näher zu kommen (auch wenn man es zum Schluss nicht mehr sehen wird). Diese Arbeit nahm geraume Zeit in Anspruch, bis endlich der komplette Rippensatz auf dem Tisch lag.
Das Profil? Ach ja, hier habe ich mich für das SD7062 entschieden, wobei dieses an der Wurzel kräftig aufgedickt ist, damit es der Originalprofilhöhe wenigstens nahe kommt. Am Knick hat es die Ursprungsform und läuft zum Rand hin in eine dünnere Version aus.
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Rippen04Rippen05Rippen06Rippen07
Zuerst wurden die Rippenvorderteile stumpf auf den Holm geleimt. Zur Stabilisierung wurde auch gleich noch die Nasenleiste, aus 15x3mm Kiefer angebracht. Da sämtliche Rippen wie bereits bekannt aus Handarbeit bestehen, mussten sie natürlich an den Holm, bzw. dieser an die Profilkontur mit Hobel und Schleiflatte angepasst werden.
(Soviel zum Thema Profilpolaren ;-)...).
Rippen08Rippen09
So sieht der vordere Teil der Tragfläche aus, die schmalen Balsaleisten zwischen den Rippen auf der Nasenleiste vergrößern die Klebefläche für die Sperrholzbeplankung, die später um die Nase herumgezogen wird. Die Nasenleiste, die hier noch übersteht, wird noch abgehobelt und verjüngt sich zur Flächenspitze noch auf etwa 8x2mm.
Die Frage nach der Kante, die der Holm an der Wurzelrippe hat, wird sich auch noch beantworten, versprochen.
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Rippen10Endleiste01Endleiste02Hilfsholm01
Anschließend wurden die hinteren Rippenteile und die Endleiste (diese nur von der Wurzel bis zum Querruder) angebracht.
Ausserdem ist auch noch der versenkte Einbau des Hilfsholmes von der Wurzelrippe bis zum Querruder zu sehen. Dies ist notwendig, weil die Bespannung, die zwischen den Rippen mit Sicherheit ein wenig einfallen wird, nicht auf dem Hilfsholm aufliegen darf.
Querruder01Querruder02Querruder03
Nachdem die Endrippen hinter dem Hilfholm für die Querruder abgetrennt waren, wurde die Querruder-Endleiste mit Sperrholzhilfsrippen versehen.
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Querruder04Querruder05
Aus diesem Grund habe ich dort, wo die Nasenleiste der Ruder hinkommt, ein Alurohr eingebaut, das schon eine deutliche Verbesserung versprach, aber trotzdem war ich skeptisch.
Querruder06Querruder07
So richtig erstaunt hat mich dann allerdings, was die diagonal eingebauten Rippen an Festigkeit gebracht haben. Die Altvorderen, die diese Bauweise an den großen Oldtimern angewendet haben, wussten schon was sie taten. Allen Respekt.
Eigentlich wollte ich im nächsten Arbeitsgang die Ruder bereits mit Scharnieren versehen und an die Fläche anpassen. Allerdings erschien mir das ganze Gebilde dann doch noch nicht stabil genug um die Ruder sauber anpassen zu können, weshalb ich mich der Beplankung der Nasenleiste der Fläche gewidmet habe.
Beplankung01Beplankung02Beplankung03
Diese besteht von der Wurzel bis einschließlich dem Knick aus 0,6mm und von da bis zum Rand aus 0,4mm starkem Sperrholz.
Nachdem die Teile, die über vier (am Knick über zwei) Halbrippenfelder gehen, grob zugeschnitten waren, habe ich sie mit Hilfe eines nassen Lumpen und dem Heißluftgebläse über die Nasenleiste gebogen. Nach der Trocknung wurden die Teile genau zugeschnitten und mit einer Schäftung für das folgende Beplankungsstück versehen. Für das eigentliche Aufbringen der Beplankung habe ich mich am diesbezüglichen Tipp von Michael Ohlwein bedient, der das Aufbügeln von Sperrholzbeplankungen detailliert auf seiner Homepage beschreibt.
An dieser Stelle vielen Dank für diese Anleitung.
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Auch bei meinem nächsten Bauabschnitt ließ ich mich von Michael Ohlwein inspirieren.
Für die Scharniere an den Bremsklappen habe ich seinen Tipp für Querruderscharniere angepasst.

Bremsklappe01Bremsklappe02Bremsklappe03
Man nehme 0,8mm starken Stahldraht, ein dazu passendes Bowdenzug-Innenrohr und einige Streifen Nylongewebe, schneide das Bowdenzug-Innenrohr in gleichmäßig lange Teile und klebe sie mit den Gewebestreifen abwechselnd an die Klappe und an den festen Beplankungsteil...
Bremsklappe04Bremsklappe05
...und schon entspricht die Klappenbefestigung dem Original.
Das Klappenservo habe ich an Ort und Stelle untergebracht, zu erreichen durch entfernen des "doppelten Bodens" unter der geöffneten Klappe. Auch die Anlenkung, die aus M3-Gewindestange und M3-Kugelköpfen besteht, ist gut zugänglich.
Bremsklappe06Bremsklappe07Bremsklappe08
Hier die Anlenkung von unten. Zu sehen ist auch noch der "Ballermann-Strohhalm" für die Servokabel mit eingezogenem Nylon-Zugfaden.
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Scharnier01Scharnier02Scharnier03
Die Scharniere für die Querruder habe ich aus beidseitig kupferkaschiertem GFK-Platinenmaterial mit 1,5mm Stärke und einem 2,8mm starken Nagel gebastelt. Der Nagelkopf wurde mit der Kupferoberfläche verlötet, auf die passende Länge gekürzt und mit einem 1mm starkem Loch für den Splint versehen (dabei haben sich leider ein paar Bohrer krummgelegt).
Den Splint habe ich aus 0,8mm Stahldraht gebogen. Wer jetzt bemerkt, dass ein Splint normalerweise etwas anders aussieht, dem werde ich nicht widersprechen. Allerdings lässt die Bauhöhe nicht an allen Stellen einen "Originalsplint" zu, was vielleicht später noch zu sehen sein wird.
Querruderanlenkung01Querruderanlenkung02Querruderanlenkung03
Die Querruder werden wie im Original an zwei Stellen oben und unten über Seilzüge angelenkt, wobei die Seile und die Ruderhörner an den Querrudern hier jedoch noch fehlen. Die Servos dafür sind gleich nach dem Knick untergebracht und werden über eine entsprechende Klappe von unten zugänglich sein.
Die Umlenkrollen kommen übrigens von Jan, vielen Dank an dieser Stelle nochmal. Leider habe ich nicht bedacht, dass ich an der äußeren Umlenkstelle nicht genug Profiltiefe für die Umlenkrollen mit 2cm Durchmesser habe. Aus diesem Grunde habe ich sie mit einer Schraube in die Ständerbohrmaschine eingespannt, auf einen guten Zentimeter reduziert und mit der Dreikantfeile noch eine Nut reingeschliffen.
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Um die Anlenkung der Querruder und auch des Seitenruders mittels Stahlseil bewerkstelligen zu können, musste ich noch eine adäquate Verbindung zu den Ruderhörnern anfertigen. Für die Herstellung der dazu notwendigen Kauschen wurde ich einmal mehr im Internet fündig, wobei ich die Machart nur meinen Vorlieben gemäß angepasst habe.

Kausche1Kausche2Kausche3Kausche4Kausche5Kausche6
Ein genau in das Messingrohr passender Eisendraht verhindert, dass es beim Biegen in einer Lehre einknickt. Mittels einer Trennscheibe in meiner kleinen Proxxon wurde die Aussenseite des Rohres weg geflext, der Bogen abgetrennt, noch etwas versäubert und voilà.
Die komplette Verbindung von Seil und Ruderhorn zeige ich etwas später noch, wenn der Vogel fertig lackiert ist.

Fortsetzung folgt.